In enger Zusammenarbeit ans Ziel

FAU – Fokus Arbeit Umfeld bietet seit 2016 hochqualifizierten Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung unterschiedliche Massnahmen mit dem Ziel der Wiederintegration in den ersten Arbeitsmarkt an. Die Zusammenarbeit zwischen IV, FAU-Coaches, Ärzte- und Therapeutenschaft ist ein zentraler Erfolgsfaktor dabei.


Foto Gespräch mehrere Personen

Die FAU-IV-Kundinnen und -Kunden kommen aus allen Branchen der Privatwirtschaft, des öffentlichen Sektors und des Non-Profit-Bereichs und waren in unterschiedlichen Funktionen tätig. Fast alle FAU-IV-Kundinnen und -Kunden haben eine psychische Beeinträchtigung. Häufig leiden sie an wiederkehrenden Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder -akzentuierungen, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, unter Ängsten und anderen psychischen Belastungen. Sie kommen meist im Anschluss an einen Klinikaufenthalt zu FAU IV, um mit der Potenzialabklärung oder dem Belastbarkeitstraining den Wiedereinstieg in den «hochqualifizierten» Arbeitsmarkt vorzubereiten, der initiative, belastbare und teamfähige Persönlichkeiten mit aktuellem Fachwissen verlangt.

FAU IV unterstützt die Kundinnen und Kunden bei der Weiterentwicklung ihrer Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenzen, beim Aufbau der Arbeitsmarktfähigkeit und der Wiederintegration in den ersten Arbeitsmarkt. Zudem profitieren die Kundinnen und Kunden von der Tagesstruktur und dem Arbeitsumfeld an einem der vier FAU-Standorte Bern, Luzern, St. Gallen oder Zürich, wo sie mit anderen hochqualifizierten Kundinnen und Kunden arbeiten.

Steigerung der Leistungs- und Arbeitsmarktfähigkeit 

Je nach Krankheitsverlauf, Diagnose und vorheriger beruflicher Tätigkeit verläuft der Integrationsprozess unterschiedlich. Im positiven Fall stabilisiert sich eine Kundin oder ein Kunde durch die enge, individuelle Begleitung und die Teilnahme an Gruppenangeboten innerhalb weniger Wochen und baut in der Folge Belastbarkeit, Leistungs- und Arbeitsmarktfähigkeit kontinuierlich auf. 90 Prozent der IV-Kundinnen und -kunden, die ihren FAU-Einsatz im Jahr 2019 beurteilten, bestätigten, dass sich ihre Belastbarkeit beim Austritt verbessert hatte; 93 Prozent gaben an, ihre Leistungsfähigkeit gesteigert zu haben, und 97 Prozent beurteilten die Tagesstruktur als positiv für ihre Stabilisierung.

Die enge Zusammenarbeit von FAU IV mit den IV-Eingliederungsberatenden und – wenn die Kundin beziehungsweise der Kunde dies erlaubt – auch mit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist ein wichtiger Grundpfeiler des Massnahmenerfolgs. Zunächst  findet ein Kennenlerngespräch mit der FAU-IV-Coach und der potenziellen Kundin oder dem potenziellen Kunden statt; häufig sind auch die zuständigen IV-Beratenden dabei. Während des Einsatzes bei FAU IV werden mit den beteiligten Personen regelmässig Standortgespräche durchgeführt.

Wahrnehmungen austauschen, Verständnis fördern

Diese Standortgespräche, in denen die Kundin beziehungsweise der Kunde von FAU IV im Zentrum steht, dienen dem Austausch im Unterstützungssystem und der bestmöglichen Koordination der Aktivitäten zwischen den Beteiligten. So kommen die ärztliche, therapeutische, die versicherungs- und arbeitstechnische Perspektive auf den Genesungs- und Integrationsprozess der FAU-IV-Kundin oder des FAU-IVKunden zusammen. Den Kundinnen und Kunden bringt dies Entlastung, weil Wahrnehmungen ausgetauscht, Verständnis gefördert und Entscheide zum weiteren Vorgehen gemeinsam getroffen werden.

Mit der Unterstützung aller Beteiligten und dem eigenen Engagement können die Kundinnen und Kunden sich am Ende des Prozesses mit wiedergewonnenem Selbstvertrauen und geeigneten Strategien bewerben. Bestenfalls treten sie im Anschluss an den FAU-Einsatz eine Stelle an oder beginnen mit einem Arbeitsversuch, einer Art Praktikum, im ersten Arbeitsmarkt. 33 Prozent der im Jahr 2019 ausgetretenen FAU-IV-Kundinnen und -Kunden konnten eine feste Stelle und 19 Prozent einen Arbeitsversuch im ersten Arbeitsmarkt antreten.

Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen.