«Wir profitieren sehr von den Inputs der anderen Gruppenmitglieder»

Die aktuelle Homeoffice-Pflicht macht es Stellensuchenden schwer, Kontakte zu knüpfen, sich über Fachliches auszutauschen  und Erfahrungen zu teilen. Darum haben FAU-Coaches Netzwerkgruppen gegründet, in denen die Teilnehmenden sich regelmässig zu unterschiedlichsten Themen austauschen und Know-how miteinander teilen. Diese Form des Netzwerkens ist inzwischen so beliebt, dass sie auch nach Aufhebung der Homeoffice-Pflicht fortgesetzt werden soll. Ein Bericht aus einer Netzwerkgruppe in Zürich.


Andra Wehmeyer, Coach, Standort Zürich

Beispiel-Foto Online-Netzwerken

Aufgrund der Pandemie-Situation und der damit verbundenen Anweisungen des Bundesrats musste auch FAU seine Türen an allen Standorten schliessen und Teilnehmende sowie Mitarbeitende ins Homeoffice schicken.

Neben der Begleitung der Teilnehmenden mittels Coachings und Projektarbeit sowie eines individuellen Weiterbildungsprogramms ist ein weiterer wichtiger Aspekt des FAU-Qualifizierungsprogramms die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander. Diese gelingt im Online-Modus jedoch nur bedingt, weshalb die Coaches das Bedürfnis der Teilnehmenden gerne aufgenommen haben, die Vernetzung in der Pandemie-Situation gezielt zu fördern. Hierfür bieten verschiedene Coaches den Teilnehmenden aktuell «Netzwerkanlässe» an.

Die Teilnehmenden der Netzwerkgruppe von Andra Wehmeyer, Coach am Standort Zürich, haben einen Bericht zu ihren Erfahrungen mit dieser neuen Möglichkeit des Austauschs verfasst: 

Da aktuell alle im Homeoffice arbeiten, was in der Situation der Stellenlosigkeit nicht einfach ist, verbindet unsere Gruppenmitglieder neben weiteren Aspekten das grosse Bedürfnis «dazuzugehören» und «Teil einer Gruppe zu sein». Hierbei spielen gesundheitliche und soziale Aspekte, die Möglichkeit, sich auszutauschen, sowie Aufbau und Pflege sozialer Kontakte eine grosse Rolle.

Während eines solchen Netzwerkanlasses, der einmal wöchentlich eine Stunde lang stattfindet, referiert jeweils jemand von uns über ein Sachthema, das danach in unserem «sicheren Raum» diskutiert wird. Diesen «sicheren Raum» bietet uns die Online-Gruppe, die von unserer Coach moderiert wird. Die emotionale Komponente spielt dabei eine wichtige Rolle, da wir in unserer aktuellen Stellenlosigkeit wenig Kontakt zu Berufstätigen haben, Kontakte jedoch ein integraler Bestandteil einer jeden Geschäftsbeziehung sind. Durch die Kontakte in der Online-Gruppe generieren wir neue Ideen und kommen zu neuen Einsichten. Zudem schätzen wir diese effiziente Möglichkeit, uns – ohne Anreisezeit – mit bis zu vierzehn Personen auszutauschen. Wir profitieren sehr von den Inputs und Meinungen der anderen Gruppenmitglieder und wissen zu schätzen, dass wir durch die persönliche Vernetzung zu mehr Geschäftskontakten kommen.

Da wir eine internationale Gruppe sind, verbinden die interkulturellen Aspekte. Wissen aus den verschiedensten Arbeitsbereichen wird geteilt. So wurde zum Beispiel über Sachthemen wie «Arbeitsmarkt 4.0», «Working Out Loud» mit den Kernelementen «Relationship» (Beziehungen), «Generosity» (Grosszügigkeit), «Visible Work» (sichtbare Arbeit), «Growth Mindset» (wachstumsorientiertes Denken) und «Purposeful Discovery» (zielgerichtetes Verhalten) genauso referiert und diskutiert wie über die Themen «Digitales Netzwerken in der Arbeitswelt» oder «Das Aufrechterhalten einer gesunden Tagesstruktur», aber auch über Themen wie «Scham in der Stellenlosigkeit» bis hin zu «Lernen 4.0», «Agiles Lernen» und «New Learning». Das Gefühl, «im gleichen Boot» zu sitzen, trägt zu einem guten Verständnis innerhalb der Gruppe bei, sodass jede und jeder sich einbringt.

Die Gruppenmitglieder, die den Online-Austausch aus ihrem bisherigen beruflichen Umfeld noch nicht gut kennen, nutzen die Gelegenheit, sich an digitale Arbeitsmittel zu gewöhnen und im Umgang damit sicherer zu werden.

Es ist uns als Online-Netzwerkgruppe ein Anliegen, auch nach der Wiedereröffnung des FAU-Standorts in Zürich diesen Anlass beizubehalten, dann jedoch in der «Live- oder Hybrid-Version».

Bericht: Andra Wehmeyer

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